Gleich vorweg: einen ganzen Tag sollte man sich zumindest Zeit nehmen, denn das Technik Museum in Speyer bietet derart viel zu sehen, dass die Zeit auf jeden Fall knapp wird.
Speyer liegt etwa 250NM von Linz in westlicher Richtung entfernt. Mit der C182 oder der DA40 sollte sich die Strecke in knapp zwei Stunden zurücklegen lassen. Der Anflug selbst gestaltet sich problemlos, die Platzrunde liegt in 1.200' und die kleinen Ortschaften rund um den Platz sind natürlich aus Lärmschutzgründen zu meiden.
Der Anflug gestaltet sich schon zum Erlebnis. Bei guter Sicht ist der berühmte Dom zu Speyer schon von weitem zu sehen und beim näheren Heranfliegen "schreckt" bereits das neuste Highlight des Museums.
Eine Boeing 747 der Lufthansa scheint genau auf den Dom zuzufliegen. Diese 747, eine der letzten 747-200 der Airline, steht eindrucksvoll auf einem Gerüst über dem Museum und erhitzt die Gemüter von Begeisterten sowie Gegnern des Museums.
Am Flugplatz geparkt muss man erst mal einen zehnminütigen Fußmarsch Richtung Ausgang entlang des Taxiways bis zum Pistenende hinter sich bringen. Bei den 35°C an diesem Sonntag spart dies glatt das Solarium! Das Museum ist direkt am Flugplatz gelegen. Gerade mal über die Straße und man ist schon mittendrin.
Wenn man auf das dazugehörige IMAX-Kino verzichtet, bezahlt man für Erwachsene € 10,50 Eintritt und schon befindet man sich inmitten der faszinierenden Welt der Technik. Diese beinhaltet aber nicht nur die Fliegerei sondern es finden sich auch umfangreiche Sammlungen von Autos, Motorrädern, Baumaschinen, Feuerwehrfahrzeugen sowie Schifffahrt und Eisenbahn. Das Bild zeigt Helmut vor einer Me109 aus dem Zweiten Weltkrieg.
Dieses Bild zeigt den original Maybach Zeppelin, dessen Nachfolger heute von Daimler-Chrysler wieder zum Leben erweckt wurde und die automobile Nobelklasse aufmischen soll. Genau so wie es sein berühmter Ur-Ahn seinerzeit schon gemacht hat.
Diese "Tante Ju" Junker 52 hat anscheinend eine bewegte Geschichte hinter sich. Dieses Originalflugzeug hängt in erschütterndem Zustand von der Decke. Unzählige Einschusslöcher zeugen vom Schrecken des Zweiten Weltkrieges.
Hier zeigt sich die B747 der Lufthansa aus der Nähe. Das Foto vermag die gewaltigen Dimensionen und die spektakuläre Perspektive nur sehr bedingt wiederzugeben. Der Koloss steht auf einem Gerüst hoch über dem Boden und ist, wie die meisten anderen Flugzeuge im Museum, auch zu begehen.
Tonnen von Metall erheben sich in die Lüfte. Aus dieser Perspektive wirkt so ein "Jumbo" gleich nochmal so groß wie auf den Flughäfen, wo er sonst unter seinesgleichen steht.
Mein persönlicher Favorit ist allerdings diese Antonov An-22, die wohl neben der B747 das spektakulärste Flugzeug ist. Dieser riesige Frachter, von mir als "fliegende Knackwurscht" identifiziert ist wohl eines der Meisterstücke russischer Ingenieurkunst. Die schiere Größe dieses Flugzeugs läßt sich nur vor Ort realisieren. Der Antrieb mit den gegenläufigen riesigen Propellern fasziniert und die Räder des Giganten alleine sind schon einen zweiten Blick wert.
Hier zu sehen der Eingang (durch die Radkästen!) und die riesigen Tragflügel und Propeller.
Auch ein Blick in das Cockpit der Antonov ist möglich. Dies war der Arbeitsplatz der beiden Piloten, neben dem Navigator, der in der Nase saß und der Flugingenieure und -mechaniker.
Wie bereits erwähnt, bietet das Museum noch mehr als nur Luftfahrt. hier zu sehen ist das U-9 der deutschen Marine, das bis in die 80er-Jahre im Einsatz stand und natürlich auch begehbar ist. Ich empfehle unbedingt etwas Flüssigkeit vorher aufzunehmen und bei diesen Temperaturen ein Handtuch zur Hand zu haben!
Helmut hat auch gleich zielstrebig den Spielplatz entdeckt und man sieht ihn bei diesem Bild bei der Typerating-Prüfung auf dem Schaukelpferd. Die Mil-24 im Hintergrund ließ sich davon allerdings wenig beeindrucken.
Beim Verlassen des Museums Richtung Flugplatz winkt die 747 noch einmal zum Abschied und läßt den Besuch im Technik Museum in Speyer zu einem unvergleichlichen Erlebnis werden. Ein Museum, das seinesgleichen auf der ganzen Welt in nichts nachsteht!
In der Zwischenzeit sollte nicht vergessen werden, den Flieger mal durchzulüften. Viel Schatten und Abkühlung war nicht zu finden und in der Kabine sollte man sich an so einem strahlenden Sommertag an Temperaturen wie in einer Sauna gefasst machen.
Hier steht die D-EKAU neben der idyllischen angrenzenden Raffinerie ganz alleine mit der Sonne auf der asphaltierten Plattform 8.
Die Landegebühren waren übrigens moderat (knapp € 19,- für die Piper Malibu) und die Herren am Tower sehr freundlich. Auch zu empfehlen sind die Restaurants rund um Flugplatz und Museum, auch wenn man sich erst mal an die unzähligen Gebotsschilder ("Der Spielplatz steht ausschließlich Kindern zur Verfügung.") gewöhnen muss.
Die hier gezeigten Bilder stellen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Angebot des Museums dar. Wer sich für Technik interessiert sollte auf jeden Fall mal einen Ausflug nach Speyer ins Auge fassen. Mit unseren Flugzeugen der Linz Aviation wird das gleich zum doppelten Vergnügen!
Dominik Mimra / Helmut Probst, 20. Juli 2003
